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Diese Lehre ist noch im Werden

Andacht

Wer sich hierher verirrt, ist sicher schon auf der Suche, seine eigene Seinswende zu deuten und möglichst erfolgreich zu walten. Dieser Jemand wird seine ganz eigene Beziehung zu diesem Wort empfinden. Ich möchte ihm aber gleich entgegnen, dass hier nicht die eine oder die andere Beziehung als wesentlicher gedeutet wird. Vielmehr ist dieser Ort dem Wort in all seinen Beziehungen gewidmet. Denn alles ist im Wandel. Jedes Sein wendet sich fortwährend - und ist somit auch in einem merkwürdigen Gleichnis des Gebährens und Sterbens gefangen. Daher ist auch die Frage zu stellen, ob die Sicht auf ein Sein, das sich wandelt, so richtig ist. Oder ist der Wandel das Seiende und alle Wahrung eine Täuschung? Oder erhält sich zumindest in der Fülle der Wandel ein Gleichnis, das sich als gewahrtes Sein deuten lässt? All dies wird an diesem Ort ergründet, um sich dem wundersamen Gehalt der Seinswende zu nähern und all seine Erscheinungen genügend zu würdigen.

Eines ist offensichtlich: Das Wort Seinswende ist weniger einem Ding als einer Eigenschaft zugedacht. Daher ist die gedachte Eigenschaft auch der Deutung Schlüssel.

Steter Wandel

Panta Rhei - Alles ist im Fluss. Platon's Wiedergabe der Sichtweise Heraklits ist zwar recht knapp und eindeutig, aber doch auch kaum erbringlich. Heraklit hingegen soll ein sehr eindrückliches Beispiel geboten haben. Er sprach von einem tatsächlichen Fluss aus Wasser - wie das Wort ihn deutet - und Jemandem an dessen Ufer. Dazu sagte er, dass dieser Jemand, wenn er den Fuß ein zweites Mal in den Fluss stellt, nicht mehr im selben Fluss stünde. Denn auch sein Fuß kann nicht mehr Derselbe sein. So wie der Jemand nicht mehr Derselbe ist. Heraklit's Lehre von der steten Veränderung aller Dinge fand zunächst wenig Zuspruch - obwohl diese nicht so neu war. Denn auch die Arier am Ganges hatten diese Gedanken schon in ein ausgiebiges Weltgebilde aus der Wohlklangwelle Brahman eingebracht. Waren aber die Brahmanen - die arischen Priester - überzeugt von der bloßen Einbildung allen Seins außer dem Brahman als solchem - war also alles andere nur sich stetig verändernde Gestalt namens Maya -, so konnten die Griechen sich nicht dazu durchringen, den groben Gestalten wie den Dingen, Pflanzen, Tieren und Menschen ein stetig Veränderliches anzusehen. Zumindest musste ein dinglicherer Grund wie das Teilchen und seine Bindungskräfte darinnen sein Werk erbringen. Den Katholiken war schon diese Sicht zu unheilig. Aber auch aufgeklärte Menschen des heutigen Westens taten und tun sich damit schwer. So ist auch die Physik bis Heute von Menschen besetzt, deren Sinnen in vermeintlich klar und sicher Bemessbarem verhaftet. Auch wenn Ihnen der von der Erfahrung gescholtene Physikus anderes erzählt, so ist sein Sinnen doch auf dieser Schiene fahrend und stets die selben Denkfehler erzeugend. Wie aber soll man sich das Sein im Wandel wahrhaft erdenken? weiter

Der Rest folgt eines Tages…